Sonntag, 29. Oktober 2017

Stoffspielereien- Fäden auf Farbe


Für das Thema "Fäden auf Farbe" wollte ich zuerst mal Fäden mit Farbe versetzen um einen interessant strukturierten Untergrund zu bekommen.


Dazu habe ich Papprohre mit Schnüren in verschiedener Stärke umwickelt.
Vorne seht ihr ein ganz normales Topflappengarn, hinten ist ein dickeres Seil bei dem ich einen von drei Zwirnsträngen entfernt habe damit es die charakteristischere diagonale Struktur gibt. Die entfernte Schnur seht ihr auf der mittleren Rolle.

Ich habe die Schnüre nur fest um die Hülse gewickelt und nicht festgeklebt, im Laufe des Druckprozesses hat sich das etwas verschoben und wurde ungleichmäßiger. Das war aber ok für mich.


Das dünne Garn habe ich am gleichmäßigsten einfärben können indem ich es über eine mit Siebdruckfarbe versehene Glasplatte gerollt habe.
Die beiden dickeren Schnüre waren zu unregelmäßig stark, die habe ich direkt mit der Schaumstoffrolle eingefärbt. Der Farbauftrag ist dann natürlich nicht so homogen, das stört bei dem eher rustikalen Charakter der Seile aber nicht so sehr.

Wenn man dann erst mal mit dem Drucken anfängt ergeben sich spielerisch viele Möglichkeiten, zum Beispiel:


Am Ende habe ich mich für eine eher homogene Struktur auf altem Leinen (Danke für das nette Geschenk, Marita!) entschieden.


Zum Abrollen habe ich ein Stück eines alten Besenstils in die Hülse gesteckt. Der Untergrund ist mein Drucktuch aus Filz, das gibt etwas nach und man kann den Stoff gut darauf fixieren.

Hier seht ihr die drei Stoffstücke, je etwa 50 x 70 cm groß.
Und die dazugehörigen Walzen.
Die Baumwollschnur habe ich zum Trocknen abgewickelt, die wollte ich gern noch verwenden.


 Nämlich für eine Fadenapplikation auf diesem Kissen.
(Wie ich diese Fadenapplikationen mache habe ich hier genau erklärt. Mit den Stoffspielereien erarbeitet man sich mit der Zeit ein reiches Repertoire!)

Das Motiv hat sich spielerisch so ergeben und ist vielleicht nicht der große gestalterische Wurf. Aber ich mag den TARDISblauen Effekt in der Mitte des Wirbels :)
Und natürlich die Paspel.)



Bei altem Leinen mag ich die feste Webkante sehr gern, die Randstücke der Stoffe habe ich zu einem Etui vernäht, für das neue Tablet meines Mannes.


Die Farben sind zurückhaltend, insgesamt ist die Anmutung eher rustikal.
Ich bin jetzt nicht mehr so sicher ob das Lieblingsgrün außen so richtig passt. Aber es ist das Lieblingsgrün für den Lieblingsmann. Insofern ist das schon ok.


Richtig gut gefällt mir das große Kissen, da spielen Untergrund und aufgenähte Fäden prima zusammen. Robustes altes Leinen als Träger für knallige plastische Linien. 
Und der gedruckte Grund hält das zusammen.
So hatte ich mir das vorgestellt.


Mehr Fäden auf Farbe gibt es heute bei Ute-
danke für das feine Thema und das Sammeln!

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Dany- die Taschen der anderen.



Was wäre ein eBook ohne die tollen Mitstreiterinnen die im Vorfeld einen neuen Schnitt ausprobieren und viele eigene Ideen einbringen.
Zuallerest hat meine liebe Nicole den Schnitt bekommen- sie hat ein großes Repertoire an gestalterischen Möglichkeiten im Blick und kombiniert die Materialien und Farben total souverän.
Sehr ihr wo sie überall Paspel untergebracht hat? Unglaublich, oder?


Bei Nicoles zweiter Tasche war ich erst mal sprachlos.
Rosa und Glitzer. Ähm, ja.
Aber durch die Kombination der verschiedenen Materialien wirkt das trotzdem nicht süßlich sondern eher cool. Das Glitzerzeux ist eine Art Kunstleder (?), dazu hat sie Canvas kombiniert.
Und eben Leder und Metall für die rockigere Komponente.


Dann hat Nicole die Tasche etwas vergrößert und mit einer Klappe versehen.
Das Taschenmaterial (Moskau von Swafing) kennt ihr sicher, dazu hat sie Kork kombiniert.
Nicole ist gerade im Anfangsstadium eines Schnittes meine Muse- Danke!

Die Endkontrolle der Releaseversion  hat Birgit übernommen, vielen Dank für deine tolle Arbeit. Denn alles hat bisher gepasst!
Birgits Tasche ist klassisch schön, sie hat Möbelstoff genommen und eine richtig gute Allroundtasche genäht.



Eva  hat den oberen Reißverschluss auch weggelassen und eine sehr kreative  und elegante Verschlusslösung gefunden. Ihr Träger ist irgendwie doppelt geschlungen, aber fragt mich nicht wie sie das hinbekommen hat. :)


Susanne hat mir vor ein paar Monaten Bilder ihrer Carpet-Bags geschickt, ihren ganz eigenständigen Stil fand ich richtig prima und habe sie gefragt ob sie im Vorfeld die neue Tasche ausprobieren wolle. Susanne wickelt mit Garn Knöpfe und hat diese dekorativen Teile in Szene gesetzt.


Die zweite Tasche hat Susanne passend zum Mantel genäht- auch hier lebt das wieder von der Kombination von verschiedenen Oberflächen.


Anke hat im Bochumer Kurs mit der Rohfassung des eBooks gearbeitet und dann später gleich noch eine zweite Tasche genäht. Sie hat Möbelstoffe genommen, das gibt etwas Stand und unterstreicht den grafischeren Charakter von Dany. Guckt mal, ist die blaue Paspel am oberen Rand nicht wunderschön?


Barbara hat ganz spontan den Bochumer Kursplatz einer erkrankten Teilnehmerin übernommen als sie am Samstag eigentlich nur  Material abholen wollte. Sie hat dann am Sonntag die wohl puristischste Dany genäht. Die Tasche ist aus einem tollen Leder und sehr professionell gemacht. Barbara halt. :)


Grete kann in ihrem Stoffladen aus dem Vollen schöpfen und beweist  immer wieder dass sie richtig gut Stoffe kombinieren kann. Sie hat das Futter mit Soft und Stable verstärkt, dadurch bekommen auch die dünneren Patchworkstoffe richtig Substanz.


Sandra hat die Tasche aus Oilcloth genäht- das ist eine richtig gute Alltagstasche geworden. Die passt sowohl in den Pferdestall als auch in die Stadt. Sehr cool!


Ja, und dann Sabine. Wir haben am gleichen Tag jeweils die Tasche der anderen genäht und uns nette Nachrichten über den aktuellen Stand geschickt. Sie war eher fertig. 
Und wie! 
Man beachte die Megaquaste!!


Annette hat gegen Ende der Ausprobierphase im Windeseile eine tolle Tasche genäht, ich hatte gehofft sie würde was mit Stickerei machen. Und sie hat!
Als Henkel hat sie den Schlingträger ihrer Ewa genommen, das ist eine gute Idee!


Und Susannes Tasche aus selbstgedruckten Stoffen war derart inspirierend, dass meine Teilnehmerinnen des Siebdruck&Nähen-Workshops am Wochenende fast alle Dany nähen wollen.
Ich werde berichten. :)

Danke an alle die im Vorfeld getestet haben, Danke für eure Geduld und eure Ideen!

Ganz abschließend möchte ich euch noch das Bild der ersten fertigen Dany zeigen das ich bekommen habe. Naoko hat die Tasche gleich nach dem Erscheinen genäht.
Sie hat einen traditionellen japanischen Stoff verarbeitet, guckt mal:


Das Pfeilmuster (yagasuri) wurde hier gedruckt, ist aber ein klassisches japanisches Motiv das wohl früher durch Kettdruck zustande kam.
Das ist total interessant, Naoko hat auch andere japanische Textilien in ihrem Blog dokumentiert.
Guckt mal rüber!

So, und nun geht es auf in den Speyerer Workshop,
ich freu mich so drauf, weitere Danys entstehen zu sehen!

Am Sonntag sind übrigens die Stoffspielereien, diesmal sammelt Ute die Beiträge.
Das Thema ist "Fäden auf Farbe".
Ein weites Feld!

Montag, 23. Oktober 2017

Der grüne Grete - Geldbeutel


Eigentlich dachte ich, dass mich meine rote Grete den Rest meines Lebens begleiten wird.....
Aber als der Sohn auf einem Stück froschgrünem Leder seine Lasergraviermaschine ausprobiert und dazu auch noch das Tragaryenwappen in der perfekten Größe hergenommen hat.....
Musste ein neuer Geldbeutel her.

Auf Instagram haben wir spontan einen kurzen Film hochgeladen wie das mit dem Lasern funktioniert- das geht wirklich verblüffend einfach und gut.
(Dort sind in den Kommentaren auch ein paar zusätzliche Erläuterungen)
Man kann mit der Maschine Papier schneiden wie mit einem Plotter und eben auch Leder gravieren. Ein Laserstrahl brennt das Motiv quasi zeilenweise in den Untergrund.


Bei der Aufteilung meines  Geldbeutels wollte ich gar nichts ändern, nach wie vor brauche ich als notorische Barzahlerin kaum Kartenfächer, aber dafür ein großes übersichtliches Münzfach.

Ich bekomme immer mal wieder Nachfragen ob die Münzen dann nicht im Geldbeutel herumstreunern, aber da kann ich euch beruhigen: Da bleibt alles an seinem Platz. Man braucht fürs Kleingeld also nicht zwingend ein Reißverschlussfach.


Die Innenstoffe sind aus einer meiner Lieblingskollektionen (Lush), da habe ich jetzt fast alles vernäht. Und das ist gut so.
Horten bringt nämlich absolut nichts, irgendwann haben alle auffällig gemusterten Stoffe ein gefühltes Verfallsdatum.


Der Geldbeutel hat viele Fächer für Belege, Kassenzettel und auch Scheine.
Wie das mit der Erweiterung funktioniert habe ich hier mal beschrieben.


Aus dem Rest der Lederhaut habe ich dann auch gleich eine passenden Tasche zugeschnitten: Das gibt die nächsten Tage ein ganz schlichte, grüne Dany.

Zudem zeige ich euch im Laufe der Woche noch die Dany-Modelle meiner Probenäherinnen- macht euch auf was gefasst! :)

Schnitt: Grete, mit Erweiterung
Leder: Leder Reinhardt, Qualität Riva in der Farbe civaia
Innenstoff: Lush von Erin Michael
schwarzer Reißverschluss mit kupferner Krampe

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Dany- ein neuer Taschenschnitt mit fünf Außentaschen


Manchmal werde ich gefragt, wie ich auf die Ideen für meine Schnitte komme.
Die Antwort ist ganz einfach: Ich mache die Taschen eigentlich für meine eigenen Bedürfnisse.

In dem Fall wollte ich eine schlichte, nicht so große Tasche mit möglichst vielen Außentaschen- für die inzwischen unvermeidlichen Brillen und den übrigen Kram wie Geldbeutel, Telefon und Schlüssel. Dafür reicht nämlich eine Außentasche nicht mehr aus. Und wenn ich zu lange im Innenbereich suchen muss werde ich schnell nervös.
Also: Viele maßgeschneiderte Außentaschen.

Zum einen brauche ich die verdeckten senkrechten Reißverschlusstaschen, die meine Brille und das Telefon beherbergen. Zwei Dinge, die ich wirklich schnell zur Hand haben muss.
Zum anderen wollte ich das gewohnte große Fach hinten- da passt mein großer Gretengeldbeutel rein.
Und dann als Bonus noch die beiden seitlichen Fächer für den Schlüssel und die Papiere.

Dann kann ich im geräumigen Innenfach hemmungslos sammeln :)


Dany hat noch ein paar Extras, die die sonst eher grafische Tasche aufwerten: Die Trägeraufhängung ist so ein nettes Detail. Man kann die Tasche aber auch ganz klassisch mit einem Schultergurt versehen:


Meine Freundin Heike hat Dany auch schon recht früh genäht und dann gemeint:
"Ich will nie wieder eine andere Tasche nehmen!"
Hier seht ihr auch was ihre Tasche ausmacht: Sie ist praktisch, schlicht und durch die Metallteile und die Materialkombination kein wenig langweilig. Heike hat ebenfalls Zeltplane vernäht und dazu cowboystefelbraunes Leder kombiniert.

Dany ist ab sofort im machwerk-Shop und bei daWanda erhältlich,
im Shop gibt auch Materialpakete mit Lederboden und Riemen, für den Materialmix den ich bei dieser Tasche so schön finde.

Achja: Dany?
Daeneris Targaryen, GoT. What else? :)

Montag, 9. Oktober 2017

Ludwig, eine Reisetasche von elbmarie

Ludwig: Das ist wohl die größte Tasche, die ich je genäht habe.
Als Frau Elbmarie mir im Sommer die Idee für ihren neuen Taschenschnitt gezeigt hat war ich ganz begeistert- genau so etwas hat sich mein Sohn für seine Festivals gewünscht. Seine alte Tasche war reichlich mitgenommen, da hat er sich wirklich strapazierfähigen Ersatz gewünscht.

Als ich dann beim Probenähen die Schnittteile ausgeschnitten habe hat die Tasche allerdings gar nicht mehr so groß ausgeschaut. Man braucht verhältnismäßig wenig Material.
Fertig ist sie aber durch die enorme Tiefe ein absolutes Raumwunder.

Ich habe Zeltplane verwendet, das ist derzeit mein Lieblingsmaterial für´s Taschennähen. Es lässt sich super färben, gut nähen und ist sehr strapazierfähig und schwer. Dabei aber nicht so dicht gewebt dass es beim Steppen Probleme gäbe.
Wenn ihr also irgendwo alte Rotkreuz-Zeltplanen bekommen könnt: Zugreifen!
(Eine Alternative wäre vielleicht der Faltenbalg den Silke oft verwendet hat,
den bekommt ihr bei Stoff am Stück.)


Der Innenraum ist durch den großen gebogenen Reißverschluss perfekt zugängig.
Den Innenboden habe ich aus LKW-Plane genäht.


Ludwig hat zwei Außentaschen, das hilft dem Sohn, etwas System in seine Packerei zu bringen. Wer Ludwig als geräumige Sporttasche nehmem möchte kann im großen Seitenfach gut die Schuhe unterbringen.

(Das Seitenfach ist in der Basisversion nicht enthalten, das ist eine Erweiterung für eher geübte Taschennäherinnen. Die Basisversion schafft man mit ein kleinwenig Erfahrung gut.)


Hier seht ihr, wie groß Ludwig ist.
Ich habe die Tasche übrigens NICHT verstärkt, das Material bringt genug Stand dass es sogar ohne Inhalt so gut seine Form hält.
Ich liebe es.

Auch für meinen eigenen neuen Taschenschnitt, der Mitte der Woche erscheint:


Diese Kombination aus Leder, Metallteilen und Zeltstoff ist einfach super :)

Sabines neuer Schnitt ist ab sofort in ihrem daWanda-Shop zu bekommen, wer am Wochenende auf einem der Stoffmärkte war hat vielleicht schon bei Kleinkariert einen Blick auf Ludwig werfen können.
Kleinkariert hat den Schnitt wie immer in Papierform auf den Märkten dabei.

Viel Erfolg, Sabine!
Das hast du prima gemacht.
Danke!

Sonntag, 24. September 2017

Stoffspielereien: Druck mit Blättern

Für die Stoffspielereien vom September hat Frau Siebensachen ein sehr breitgefächertes Thema vorgeschlagen: Von der Natur inspiriert.
Die erste Idee war, meine geliebten Farne zu drucken. Ich habe also Wedel mit Stofffarbe bestrichen und gedruckt. Glaubt mir, das sah aus wie ein nettgemeintes Kindergartenbild. Von Gestaltung keine Spur.

Deshalb  bin ich den umgekehrten Weg gegangen und habe die Blätter reserviert: Also Blätter auflegen und die Bereiche drumherum schwärzen. Farn fiel wegen der filigranen Struktur nun weg, also habe ich plakativeres Material zusammengesammelt.
Erste Versuche mit gemustertem Stoff waren schrecklich, also habe ich mir die unbedruckten Rückseiten ungeliebter Tarnstoffe (Reste des Konversionsprojekts) hergenommen. 



Und glaubt mir, da ging wieder alles schief. 
Nur so als Beispiel: Die Blätter blieben am Sieb kleben und bei dem folgenden, daneben liegenden Rakeldurchgang haben sie dann natürlich gefehlt. OK, dann eben ohne offenes Sieb.
Wenn man um Blattstiele mit dem Schaumstoffroller Farbe aufbringt, dann wird das an den dicken Stellen batzig. Also ohne Stiele.

Und so weiter und so weiter.
Wenn ich nicht schon den Futterrock angepasst und genäht hätte- ich hätte das alles in die Ecke geschmissen.


Schlussends habe ich fast alle meine Tarnstoffe verwurstelt und bin dann irgendwann doch zu einem Ergebnis gekommen.
Auch seltsame Stoffe stellen sich nach einer Weiterbearbeitung und der Konfektionierung als kleine Schätze heraus.


Und manche Dinge wie die fehlenden Stile sind dann doch super:
So war ich gezwungen die Stängel mit grobem 30er-Garn nachzunähen, darauf wäre ich so ohne weiteres nicht gekommen.
(Hey- und meine Berliner Flohmarktschuhe passen prima!!)


Der erst ungeliebte wolkige Untergrund ist viel lebendiger als ein klarer Farbauftrag.
Hier nochmal die Stiele, die sind ein prima Designelement und ich habe sie dann durch markante Steppereien an der breiten Passe nochmal aufgegriffen:


Tja, da ist nur noch auf der Rockinnenseite zu sehen dass das mal gruseligste Camouflage-Stoffe waren. Wegen der vielen Versuche ist der Tarnstoffstapel völlig aufgearbeitet- und das ist gut so. :)


Danke an meine Freundin Irene für die Fotos, wir haben das Grundstück meiner anderen Nachbarin Eri als die tolle Location mit dem Fahrrad genutzt. Und deren Katze gestreichelt:


Mehr Natur-Spielereien findet ihr heute hier bei Siebensachen- ich bin schon gespannt ob das bei den anderen Teilnehmerinnen glatter lief.

Schnitt: Burda 8-2017, ohne Bund, gekürzt
Stoff: Tarnstoffe mit Struktur und Stand- ich habe die Rückseiten genommen
Farbe: Dekaprint, mit dem Schaumstoffroller aufgetragen (alles via Jeromin)

Mittwoch, 13. September 2017

MMM: Die Wiederentdeckung der (Kauf-) Hose und eine genähte Chiffonbluse



Die Sommerpause hier im Blog ist vorbei obwohl das gefühlt gar kein richtiger Sommer war. 
An vielen Tagen hat es mich schon morgens gefroren, aber Strumpfhosen im August? Eher nein.
Deshalb habe ich in den letzten Wochen überdurchschnittlich häufig Hosen getragen, dazu  gefallen mir gerade lockere Blusenshirts am besten. 
Dieses Exemplar habe ich aus den Resten des Kleids der Tochter genäht, da hat das Material gerade so gereicht.
Die Bluse hat inzwischen einen Nachfolger bekommen, da habe ich dann auch die Schulter etwas schmäler geschnitten und die Rundung des Ärmelsaums angepasst.

Ich mag die transparenten Stoffe gerade sehr gern, man kann bei ausreichend Stoff auch das VT und RT doppeln und die Ärmel transparent lassen. 

Wie man so fluffige Stoffe am besten zuschneiden und nähen kann habe ich hier mal gezeigt- das Einlegen der Stoffe  in ein Stärkebad kann ich immer noch sehr empfehlen! So ist diese Bluse wirklich ratzfatz genäht.

Schnitt: Simplicity 2-17
Stoff: Viscosekrepp vom Maybachufermarkt

Verlinkt beim MMM, da geht es jetzt nach der Sommerpause wieder weiter! Auch Katharina trägt dort eine Hose, eine tolle Culotte!

P.S. : Ich nähe keine Hosen mehr.
Ich trage fast ausschließlich engere Hosen mit Elasthan. Beim Selbernähen habe ich die bittere Erfahrung gemacht dass ein eigentlich gut sitzender Schnitt mit dem einen Stoff prima funktioniert und mit einem anderen Stretch nach 3 Stunden dann plötzlich zu weit ist. Die nächste, dann etwas enger genähte Hose aus einem wieder anderen Stoff wurde nicht weiter sondern beult nur an den Knien. Zum Heulen.
Strechhosennähen ist für mich wie Lottospielen.
Und ich ziehe den Hut vor allen, die das gut hinbekommen.


Mittwoch, 26. Juli 2017

Magie beim Färben: Der Schattenwolf

Es gibt beim Kreativsein so Momente, die kann man nicht planen....

Ich färbe gerade alte Bahnen von Rotkreuzzelten in der Waschmaschine um sie zu Taschen zu verarbeiten. Bei Färbeprozess wird das Salz locker in den Stoff eingeschlagen und löst sich in der Regel recht schnell auf. Diesmal war die Maschine etwas voll- an manchen Stellen hat wohl das Salz den Stoff reserviert und keine Farbe ist durchgedrungen.
Normalerweise schneide ich um solche Stellen herum, deshalb habe ich den Flecken beim Bügeln gar keine Beachtung geschenkt.

Als ich den Ballen jetzt herausgezogen und aufgefächert habe, da hat mich ein Gesicht angeschaut.
Ein Schattenwolf!
Wenn das mal kein Zeichen ist!

Verarbeitet habe ich das sofort zu einer Tasche für die neuen Heringe des Sohnes, er fährt damit nächste Woche nach Wacken.
Diese Wurmis sind so fest in der Erde verankert dass da auch nächtliche Taumler die Heringe nicht herausreißen können. Na, hoffentlich :)
Hinten hat die Tasche ein Extrafach für´s Werkzeug, einem Bohrer mit Adapter für den Akkuschrauber bei festen Böden.
Seht ihr den Schattenwolf? 
Magisch, oder? :)
Ich selbst habe mir zum Staffelstart auch eine Game of Thrones-Tasche genäht, aber hier ist das Targaryen-Wappen ganz extra eingebleicht.....
Aber das ist wieder eine andere Geschichte.