Montag, 23. Oktober 2017

Der grüne Grete - Geldbeutel


Eigentlich dachte ich, dass mich meine rote Grete den Rest meines Lebens begleiten wird.....
Aber als der Sohn auf einem Stück froschgrünem Leder seine Lasergraviermaschine ausprobiert und dazu auch noch das Tragaryenwappen in der perfekten Größe hergenommen hat.....
Musste ein neuer Geldbeutel her.

Auf Instagram haben wir spontan einen kurzen Film hochgeladen wie das mit dem Lasern funktioniert- das geht wirklich verblüffend einfach und gut.
(Dort sind in den Kommentaren auch ein paar zusätzliche Erläuterungen)
Man kann mit der Maschine Papier schneiden wie mit einem Plotter und eben auch Leder gravieren. Ein Laserstrahl brennt das Motiv quasi zeilenweise in den Untergrund.


Bei der Aufteilung meines  Geldbeutels wollte ich gar nichts ändern, nach wie vor brauche ich als notorische Barzahlerin kaum Kartenfächer, aber dafür ein großes übersichtliches Münzfach.

Ich bekomme immer mal wieder Nachfragen ob die Münzen dann nicht im Geldbeutel herumstreunern, aber da kann ich euch beruhigen: Da bleibt alles an seinem Platz. Man braucht fürs Kleingeld also nicht zwingend ein Reißverschlussfach.


Die Innenstoffe sind aus einer meiner Lieblingskollektionen (Lush), da habe ich jetzt fast alles vernäht. Und das ist gut so.
Horten bringt nämlich absolut nichts, irgendwann haben alle auffällig gemusterten Stoffe ein gefühltes Verfallsdatum.


Der Geldbeutel hat viele Fächer für Belege, Kassenzettel und auch Scheine.
Wie das mit der Erweiterung funktioniert habe ich hier mal beschrieben.


Aus dem Rest der Lederhaut habe ich dann auch gleich eine passenden Tasche zugeschnitten: Das gibt die nächsten Tage ein ganz schlichte, grüne Dany.

Zudem zeige ich euch im Laufe der Woche noch die Dany-Modelle meiner Probenäherinnen- macht euch auf was gefasst! :)

Schnitt: Grete, mit Erweiterung
Leder: Leder Reinhardt, Qualität Riva in der Farbe civaia
Innenstoff: Lush von Erin Michael
schwarzer Reißverschluss mit kupferner Krampe

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Dany- ein neuer Taschenschnitt mit fünf Außentaschen


Manchmal werde ich gefragt, wie ich auf die Ideen für meine Schnitte komme.
Die Antwort ist ganz einfach: Ich mache die Taschen eigentlich für meine eigenen Bedürfnisse.

In dem Fall wollte ich eine schlichte, nicht so große Tasche mit möglichst vielen Außentaschen- für die inzwischen unvermeidlichen Brillen und den übrigen Kram wie Geldbeutel, Telefon und Schlüssel. Dafür reicht nämlich eine Außentasche nicht mehr aus. Und wenn ich zu lange im Innenbereich suchen muss werde ich schnell nervös.
Also: Viele maßgeschneiderte Außentaschen.

Zum einen brauche ich die verdeckten senkrechten Reißverschlusstaschen, die meine Brille und das Telefon beherbergen. Zwei Dinge, die ich wirklich schnell zur Hand haben muss.
Zum anderen wollte ich das gewohnte große Fach hinten- da passt mein großer Gretengeldbeutel rein.
Und dann als Bonus noch die beiden seitlichen Fächer für den Schlüssel und die Papiere.

Dann kann ich im geräumigen Innenfach hemmungslos sammeln :)


Dany hat noch ein paar Extras, die die sonst eher grafische Tasche aufwerten: Die Trägeraufhängung ist so ein nettes Detail. Man kann die Tasche aber auch ganz klassisch mit einem Schultergurt versehen:


Meine Freundin Heike hat Dany auch schon recht früh genäht und dann gemeint:
"Ich will nie wieder eine andere Tasche nehmen!"
Hier seht ihr auch was ihre Tasche ausmacht: Sie ist praktisch, schlicht und durch die Metallteile und die Materialkombination kein wenig langweilig. Heike hat ebenfalls Zeltplane vernäht und dazu cowboystefelbraunes Leder kombiniert.

Dany ist ab sofort im machwerk-Shop und bei daWanda erhältlich,
im Shop gibt auch Materialpakete mit Lederboden und Riemen, für den Materialmix den ich bei dieser Tasche so schön finde.

Achja: Dany?
Daeneris Targaryen, GoT. What else? :)

Montag, 9. Oktober 2017

Ludwig, eine Reisetasche von elbmarie

Ludwig: Das ist wohl die größte Tasche, die ich je genäht habe.
Als Frau Elbmarie mir im Sommer die Idee für ihren neuen Taschenschnitt gezeigt hat war ich ganz begeistert- genau so etwas hat sich mein Sohn für seine Festivals gewünscht. Seine alte Tasche war reichlich mitgenommen, da hat er sich wirklich strapazierfähigen Ersatz gewünscht.

Als ich dann beim Probenähen die Schnittteile ausgeschnitten habe hat die Tasche allerdings gar nicht mehr so groß ausgeschaut. Man braucht verhältnismäßig wenig Material.
Fertig ist sie aber durch die enorme Tiefe ein absolutes Raumwunder.

Ich habe Zeltplane verwendet, das ist derzeit mein Lieblingsmaterial für´s Taschennähen. Es lässt sich super färben, gut nähen und ist sehr strapazierfähig und schwer. Dabei aber nicht so dicht gewebt dass es beim Steppen Probleme gäbe.
Wenn ihr also irgendwo alte Rotkreuz-Zeltplanen bekommen könnt: Zugreifen!
(Eine Alternative wäre vielleicht der Faltenbalg den Silke oft verwendet hat,
den bekommt ihr bei Stoff am Stück.)


Der Innenraum ist durch den großen gebogenen Reißverschluss perfekt zugängig.
Den Innenboden habe ich aus LKW-Plane genäht.


Ludwig hat zwei Außentaschen, das hilft dem Sohn, etwas System in seine Packerei zu bringen. Wer Ludwig als geräumige Sporttasche nehmem möchte kann im großen Seitenfach gut die Schuhe unterbringen.

(Das Seitenfach ist in der Basisversion nicht enthalten, das ist eine Erweiterung für eher geübte Taschennäherinnen. Die Basisversion schafft man mit ein kleinwenig Erfahrung gut.)


Hier seht ihr, wie groß Ludwig ist.
Ich habe die Tasche übrigens NICHT verstärkt, das Material bringt genug Stand dass es sogar ohne Inhalt so gut seine Form hält.
Ich liebe es.

Auch für meinen eigenen neuen Taschenschnitt, der Mitte der Woche erscheint:


Diese Kombination aus Leder, Metallteilen und Zeltstoff ist einfach super :)

Sabines neuer Schnitt ist ab sofort in ihrem daWanda-Shop zu bekommen, wer am Wochenende auf einem der Stoffmärkte war hat vielleicht schon bei Kleinkariert einen Blick auf Ludwig werfen können.
Kleinkariert hat den Schnitt wie immer in Papierform auf den Märkten dabei.

Viel Erfolg, Sabine!
Das hast du prima gemacht.
Danke!

Sonntag, 24. September 2017

Stoffspielereien: Druck mit Blättern

Für die Stoffspielereien vom September hat Frau Siebensachen ein sehr breitgefächertes Thema vorgeschlagen: Von der Natur inspiriert.
Die erste Idee war, meine geliebten Farne zu drucken. Ich habe also Wedel mit Stofffarbe bestrichen und gedruckt. Glaubt mir, das sah aus wie ein nettgemeintes Kindergartenbild. Von Gestaltung keine Spur.

Deshalb  bin ich den umgekehrten Weg gegangen und habe die Blätter reserviert: Also Blätter auflegen und die Bereiche drumherum schwärzen. Farn fiel wegen der filigranen Struktur nun weg, also habe ich plakativeres Material zusammengesammelt.
Erste Versuche mit gemustertem Stoff waren schrecklich, also habe ich mir die unbedruckten Rückseiten ungeliebter Tarnstoffe (Reste des Konversionsprojekts) hergenommen. 



Und glaubt mir, da ging wieder alles schief. 
Nur so als Beispiel: Die Blätter blieben am Sieb kleben und bei dem folgenden, daneben liegenden Rakeldurchgang haben sie dann natürlich gefehlt. OK, dann eben ohne offenes Sieb.
Wenn man um Blattstiele mit dem Schaumstoffroller Farbe aufbringt, dann wird das an den dicken Stellen batzig. Also ohne Stiele.

Und so weiter und so weiter.
Wenn ich nicht schon den Futterrock angepasst und genäht hätte- ich hätte das alles in die Ecke geschmissen.


Schlussends habe ich fast alle meine Tarnstoffe verwurstelt und bin dann irgendwann doch zu einem Ergebnis gekommen.
Auch seltsame Stoffe stellen sich nach einer Weiterbearbeitung und der Konfektionierung als kleine Schätze heraus.


Und manche Dinge wie die fehlenden Stile sind dann doch super:
So war ich gezwungen die Stängel mit grobem 30er-Garn nachzunähen, darauf wäre ich so ohne weiteres nicht gekommen.
(Hey- und meine Berliner Flohmarktschuhe passen prima!!)


Der erst ungeliebte wolkige Untergrund ist viel lebendiger als ein klarer Farbauftrag.
Hier nochmal die Stiele, die sind ein prima Designelement und ich habe sie dann durch markante Steppereien an der breiten Passe nochmal aufgegriffen:


Tja, da ist nur noch auf der Rockinnenseite zu sehen dass das mal gruseligste Camouflage-Stoffe waren. Wegen der vielen Versuche ist der Tarnstoffstapel völlig aufgearbeitet- und das ist gut so. :)


Danke an meine Freundin Irene für die Fotos, wir haben das Grundstück meiner anderen Nachbarin Eri als die tolle Location mit dem Fahrrad genutzt. Und deren Katze gestreichelt:


Mehr Natur-Spielereien findet ihr heute hier bei Siebensachen- ich bin schon gespannt ob das bei den anderen Teilnehmerinnen glatter lief.

Schnitt: Burda 8-2017, ohne Bund, gekürzt
Stoff: Tarnstoffe mit Struktur und Stand- ich habe die Rückseiten genommen
Farbe: Dekaprint, mit dem Schaumstoffroller aufgetragen (alles via Jeromin)

Mittwoch, 13. September 2017

MMM: Die Wiederentdeckung der (Kauf-) Hose und eine genähte Chiffonbluse



Die Sommerpause hier im Blog ist vorbei obwohl das gefühlt gar kein richtiger Sommer war. 
An vielen Tagen hat es mich schon morgens gefroren, aber Strumpfhosen im August? Eher nein.
Deshalb habe ich in den letzten Wochen überdurchschnittlich häufig Hosen getragen, dazu  gefallen mir gerade lockere Blusenshirts am besten. 
Dieses Exemplar habe ich aus den Resten des Kleids der Tochter genäht, da hat das Material gerade so gereicht.
Die Bluse hat inzwischen einen Nachfolger bekommen, da habe ich dann auch die Schulter etwas schmäler geschnitten und die Rundung des Ärmelsaums angepasst.

Ich mag die transparenten Stoffe gerade sehr gern, man kann bei ausreichend Stoff auch das VT und RT doppeln und die Ärmel transparent lassen. 

Wie man so fluffige Stoffe am besten zuschneiden und nähen kann habe ich hier mal gezeigt- das Einlegen der Stoffe  in ein Stärkebad kann ich immer noch sehr empfehlen! So ist diese Bluse wirklich ratzfatz genäht.

Schnitt: Simplicity 2-17
Stoff: Viscosekrepp vom Maybachufermarkt

Verlinkt beim MMM, da geht es jetzt nach der Sommerpause wieder weiter! Auch Katharina trägt dort eine Hose, eine tolle Culotte!

P.S. : Ich nähe keine Hosen mehr.
Ich trage fast ausschließlich engere Hosen mit Elasthan. Beim Selbernähen habe ich die bittere Erfahrung gemacht dass ein eigentlich gut sitzender Schnitt mit dem einen Stoff prima funktioniert und mit einem anderen Stretch nach 3 Stunden dann plötzlich zu weit ist. Die nächste, dann etwas enger genähte Hose aus einem wieder anderen Stoff wurde nicht weiter sondern beult nur an den Knien. Zum Heulen.
Strechhosennähen ist für mich wie Lottospielen.
Und ich ziehe den Hut vor allen, die das gut hinbekommen.


Mittwoch, 26. Juli 2017

Magie beim Färben: Der Schattenwolf

Es gibt beim Kreativsein so Momente, die kann man nicht planen....

Ich färbe gerade alte Bahnen von Rotkreuzzelten in der Waschmaschine um sie zu Taschen zu verarbeiten. Bei Färbeprozess wird das Salz locker in den Stoff eingeschlagen und löst sich in der Regel recht schnell auf. Diesmal war die Maschine etwas voll- an manchen Stellen hat wohl das Salz den Stoff reserviert und keine Farbe ist durchgedrungen.
Normalerweise schneide ich um solche Stellen herum, deshalb habe ich den Flecken beim Bügeln gar keine Beachtung geschenkt.

Als ich den Ballen jetzt herausgezogen und aufgefächert habe, da hat mich ein Gesicht angeschaut.
Ein Schattenwolf!
Wenn das mal kein Zeichen ist!

Verarbeitet habe ich das sofort zu einer Tasche für die neuen Heringe des Sohnes, er fährt damit nächste Woche nach Wacken.
Diese Wurmis sind so fest in der Erde verankert dass da auch nächtliche Taumler die Heringe nicht herausreißen können. Na, hoffentlich :)
Hinten hat die Tasche ein Extrafach für´s Werkzeug, einem Bohrer mit Adapter für den Akkuschrauber bei festen Böden.
Seht ihr den Schattenwolf? 
Magisch, oder? :)
Ich selbst habe mir zum Staffelstart auch eine Game of Thrones-Tasche genäht, aber hier ist das Targaryen-Wappen ganz extra eingebleicht.....
Aber das ist wieder eine andere Geschichte.


Montag, 24. Juli 2017

Der Schneiderherz - Mantel von makerist

Auf Schneiderherz-Utes Mantel und Videolektionen bei makerist war ich sehr gespannt, ich wollte so gern mal sehen wie sie als Profi manche Details verarbeitet.
Um es vorab zu nehmen: Sie hat den gesamten Nähprozess sehr gut erklärt.
Und sie kommt total kompetent und sympathisch rüber.

Den Schnittbogen habe ich gleich bei makerist mitbestellt und dort ausdrucken lassen, leider war in dem Komplettpaket mit Videos und A4-Schnitt keine A0-Datei für Plotter dabei. Ich habe keine Ahnung wie viele Seiten das sein sollen, aber so etwas klebe ich ganz sicher nicht. :)

Denn hier seht ihr den Bogen: Riesig!
Allein das Futter nimmt die Hälfte des Platzes ein, das ist aber auch ganz richtig so.
Die Tochter hat den Schnitt in ihrer Größe 36 herauskopiert, ich werde für mein größeres Exemplar dann den Bogen zerschneiden.


Beim Nähen gab es überhaupt keine Probleme, am meisten hat mich die Verarbeitung des Schlitzes mit Futter interessiert, da hatte ich bisher immer irgendwas hingepfuscht und war nie mit dem Resultat zufrieden. Ute nimmt die Näherinnen aber gut an die Hand, das hat auf Anhieb sehr gut geklappt.


Ein paar Extras habe ich noch mit eingebaut: Die rote Streberpaspel im Futter ist ein netter Hingucker für Nähnerds.


Und den Kragen und die Pattentaschen habe ich mit dickem Garn abgesteppt um eine Verbindung zu den hellen Knöpfen zu schaffen.



Der Mantel ist aus wasserabweisendem Material, das ich zusätzlich noch mit Spray imprägniert habe. Er ist kein echter Regenmantel, aber einen Nieselregen auf dem Fahrrad zum Bahnhof hält er wohl ganz gut ab.

Ich habe den Mantel innerhalb einer Woche gemütlich in Etappen genäht, da ist die Einteilung in makerist-Episoden ganz hilfreich. Zum rein informativen Gucken ist das alles etwas langatmig geschnitten, aber wenn das so neben der eigentlichen Näherei parallel läuft fühlt sich das fast so an wie Fachsimpelei bei einem Nähkränzchen.
Zum Nachschlagen (wenn ich demnächst meinen eigenen Mantel nähe) hätte ich mir trotzdem eine Lesezeichen-Funktion gewünscht, für die Markierung der kniffligen Stellen wie z.B. am hinteren Schlitz.

Die Knopflöcher hat mir meine Freundin Heike an der großen Maschine genäht, die Tochter war dann für die Endkontrolle zuständig.


Also: Der makerist Kurs ist auch für Leute mit Näherfahrung sehr hilfreich, Ute hat einfach ein paar gute Tricks auf Lager. Allein zu sehen wie sie mit Kopierpapier auf Pappe die Abnäher auf die Stoffunterseite überträgt war das Geld für den Kurs wert. Genial einfach! Und mir völlig neu.

Schnitt: makerist
Der reguläre (?) Preis von über 30 Euro ist happig, zumal man ja auch noch den Schnitt plotten lassen sollte. Gerade kostet er 18 Euro, am Wochenende war er für unter 10 Euro zu haben.
Seltsame Preispolitik, aber das kennen wir ja auch von craftsy.

Stoff: 2 Coupons á 5 Euro vom Stoffmarkt von Bennos, meinem Lieblingsdealer, Viscosefutter, Knöpfe von Boss (Hachz, der Boss-Stoffverkauf. So tolle Qualitäten.  Das waren noch Zeiten!)

Nähzeit: Ich schätze mal 10 Stunden, mit Zuschnitt.

Passform: Passt. Mit den üblichen Änderungen für eine Petite-Größe.
Vor allem die Ärmel sind super. Auch bei dem eigentlich unbügelbaren Material haben sie sich prima einsetzen lassen. Mit Watteline und Schulterpolstern sitzen sie auch richtig gut.


Next Stop: Pingelinges Etuikleid. Für mich. Und einen Mantel drüber.